Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen

Wer hat sie nicht schon einmal gefühlt, die Angst vor düsteren Parkhäusern, vor fremden nächtlichen Schritten auf dem Gehsteig oder vor der Fahrt in der letzten Bahn? Der Atem stockt, wird schneller, die Gedanken rasen, der Körper ist plötzlich hellwach, das Herz hämmert, der Magen zieht sich zusammen, die Bewegungsmuskulatur verkrampft… Der Körper befindet sich in einem enormen je nach Situation weiter ansteigenden Stresszustand. Das Gefühlsspektrum, in dem sich die Angst ausdrückt, bewegt sich zwischen Unbehagen und Panik. Die Gedankenwelt und der emotionale Zustand spiegeln sich in der Körpersprache, der Körperhaltung, den Bewegungen wider, die Stimme versagt, zittert, wird hauchdünn… Ob die Ausgangslage eine wirkliche Gefahr darstellte oder wie oft nur eingebildet war, ist für die Körpersysteme bedeutungslos. Der Geist, die Emotionen und der Körper dieses Menschen nehmen eine Opferhaltung ein. Klares Denken ist dann meist nicht mehr möglich, der Überblick und die Fähigkeit, angemessen zu reagieren, sind verloren gegangen.

Unser Ansatz beginnt damit, Angst dort zu identifizieren, wo sie uns tagtäglich begegnet und einschränkt. Sei es der stumme Platzwechsel im Bus, nachdem jemand ungefragt auf Tuchfühlung gegangen ist oder der ungewollte Abend zu Hause, weil das Taxi zu teuer, die S-Bahnfahrt aber zu riskant scheint. Wir finden sie in unserer Scheu mit dem Partner zu reden, vor unseren Chef zu treten oder unseren Standpunkt klarzustellen… Unabhängig von der Ursache unserer Angst, ist es wichtig, sie als solche zu erkennen und anzuerkennen.

Unser Körper und unsere Atemmuster bieten hier eine grossartige Möglichkeit alltägliche Beschränkungen selbst zu analysieren und wahrzunehmen. Unser Training zielt darauf ab, Bewegung – Atmung – Geistige Haltung (hier im Sinn von Denken) in Übereinstimmung zu bringen. In graduell zunehmenden Stresssituationen werden das Denken und der Körper über Atmung und Bewegung so trainiert, dass neurologische Muster entstehen, die Entspannung zum Ziel haben.

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung geht über das pure Erlernen von (einfachen) Kampftechniken hinaus:

Wir verbinden körperliche und psychische Elemente wie Wahrnehmung, Körpersprache, Atmung, Stimme, Gymnastik und Kampftraining miteinander.

Dabei geht es vor allem auch darum, die eigenen Glaubensmuster zu erkennen und zu überwinden. Es handelt davon, Grenzen zu überschreiten, die das eigene Denken setzt. Und hier liegt das Potential für Wachstum und Veränderung.


Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.